Montag, 23. November 2020

WIEDER ZURÜCK ...

... die regelmäßigen Ausflüge in die USA im Januar sind leider zu Ende, wir werden sehen, wohin uns dieser Blog zukünftig führt.

Freitag, 23. Januar 2015

Washington DC
Endlich wieder in der Hauptstadt. Der Flug war einigermaßen unruhig - diese Maschinen mit zwei Sitzen rechts und zwei Sitzen links liebe ich nicht besonders. Große Personen können im Gang nicht aufrecht stehen. Aber die Leute hier steigen in diese kleinen Hüpfer wie wir in Busse oder Bahnen, um von Ort zu Ort zu kommen. Eine Strecke, für die man mit dem Auto 8 Stunden brauchen würde, legt man dann in einer zurück, An- und Abreise sowie Wartezeiten nicht mitgerechnet.

Die Sicherheitkontrolle war wie immer, Laptop ohne Tasche auf das Band legen, Schuhe ausziehen, Pass vorzeigen etc. Als ich durch die Kontrolle ging, sagte die Beamtin zu  mir, es gebe immer wieder zufällige Zusatzkontrollen, und das wäre jetzt bei mir der Fall. Komisch nur, dass meine beiden Kollegen, die nach mir durch die Kontrolle gingen, das gleiche hörten. Drei Personen nacheinander, das hört sich nicht nach Zufall an ... Der Beamte am anderen Ende bemerkte dann auch, dass Reisende mit einem deutschen Pässe besonders beliebt für Zusatzkontrollen seien - kein Kommentar!


Dienstag, 20. Januar 2015

Happy Valley

Es ist immer wieder erstaunlich, wie freundlich die Leute hier in State College sind. Nicht nur die amerikanischen Kollegen, mit denen man zu tun hat, sondern auch die Leute, die einem bei dem, was man täglich tut, über den Weg laufen. Beispiel - Die Sicherheitvorkehrungen am Flughafen sind enorm. Alles wird durchleuchtet, im Zweifelsfall ein zweites Mal gecheckt. Und natürlich sind überall Leute, die noch einmal nachfragen, ob man auch eine Berechtigung hat, hier zu sein.

Vor der Einreise in die USA muss man alle zwei online Jahre das ESTA-Formular ausfüllen. Gefragt wurde ich dieses Mal auch nach den Namen meiner Eltern - was hat das mit meiner Reise in die USA zu tun? - ob ich vorhabe, einen terroristischen Akt auszuführen - eine Frage, die mich immer wieder für einige Sekunden in Versuchung führt, mit "ja" zu antworten, um zu sehen, was dann passiert - aber, besser nicht .... Auf jeden Fall waren wir auf dem Weg zum Anschlussflug von Philadelphia nach State College. Eine Dame in Uniform fragte freundlich: "Sie haben doch sicher Ihr Flugticket dabei?" - Unsere Antwort: "Ja, sicher." Und wir waren fast schon an ihr vorbeigestürmt, als mir gerade noch einfiel zu fragen: "Möchten Sie es sehen?" Natürlich wollte sie es sehen, sie musste doch sicherstellen, dass sich aus Sicherheitgründen nur berechtigte Personen den Flugzeugen näherten. Wir zeigten die Flugtickes vor und plauderten noch ein bisschen über den schönen Tag und das Leben allgemein. Oberflächlich? Nein, eigentlich nur angenehm. Dieser kurze Kontakt hätte deutlich anders ablaufen können, da wir uns nicht an die Regeln hielten, aber das hätte sowohl uns auch der Sicherheitsdame den Tag ruiniert.

Mittwoch, 14. Januar 2015





Ich war im großen Flieger von Frankfurt nach Washington gekommen und saß jetzt im kleinen (ihr wisst schon, zwei Sitze auf der rechten Seite, ein Sitz auf der linken Seite. Beim Einsteigen muss man sich ducken, um sich nicht den Kopf anzuschlagen) Flieger, der mich nach State College bringen sollte. Es waren noch einige Plätze frei, der Flug konnte also nicht ausgebucht sein.

Plötzlich eine überraschende Durchsage der Stewardess: "Wir haben zuviel Gewicht, 2 Passagiere müssen aussteigen. Wer meldet sich freiwillig? Sie können mit dem ersten Flugzeug am nächsten Morgen weiterfliegen. Zum Ausgleich gibt es einen 400-Dollar-Gutschein und eine Nacht im Hotel." Keine Reaktion, wir waren ja alle schon eingechecket und saßen auf unseren Plätzen. Wieder die Stewardess: "Wir haben zuviel Gewicht und 2 Personen müssen aussteigen. Wenn sich niemand findet, können wir nicht losfliegen." Wieder meldete sich niemand.

 Die Stewardess machte einen erneuten Versuch: "Die beiden jungen Damen, die zuletzt eingestiegen sind, würden Sie sich nicht bereit erklären, eine Nacht in Washington zu bleiben? Sie bekommen einen Gutschein über 400 Euro, den Sie bei Ihrem nächsten Flug einsetzen können und wir bezahlen das Hotel für heute Nacht. Die beiden jungen Frauen erbarmten sich, erhoben sich und stiegen aus dem Flugzeug. Eine von ihnen war bereits am Schalter in Frankfurt in der Reihe vor mir gestanden - hatte also auch schon einen langen Flug hinter sich. Unsere Problem war gelöst. Was ich bis heute micht verstehe: Warum lädt man nicht Gepäck aus und schickt es mit dem nächsten Flugzeug hinterher? Das schiene mir logischer, als die Leute dazulassen.

Samstag, 20. April 2013

Wofür eine Küchenwaage alles gut ist ....

Die Fluggesellschaften werden immer kritischer, was das Gewicht des Fluggepäcks betrifft. Es gibt gewisse Vorgaben, werden diese überschritten, muss man z.T. enorme Beträge bezahlen. Einen zusätzlichen Koffer aufzugeben kosten 50$, die man natürlich sparen möchte - oder, da ich ja in Schwaben geboren bin, ein zweiter Koffer muss sich dann auch richtig lohnen. Also ist es sinnvoll, vorab das Gewicht des Koffers zu ermittlen. Wohin wendet man sich? Natürlich an die Rezeption. Gesagt getan, ich marschierte zum Rezeption und fragte, ob es möglich sei, meinen Koffer zu wiegen. Selbstverständlich - die USA sind ein servicefreundliches Land. Ob ich den Koffer denn schon dabei hätte. Nein, ich wollte mich je erst mal erkundigen. Dann kommt Carl mit auf Ihr Zimmer, holt den Koffer, bringt ihn - nein, nicht zur Rezeption, sondern .... in die Küche. Nur dort gibt es eine Waage, mit der mein Koffer dann auch exakt gewogen wird. (Ich konnte übrigens noch einmal einkaufen gehen und den Ahornsirup besorgen, den ich meiner Schwester versprochen hatte und der, wie ich dachte, zu schwer sei.)

Bei meinem Besuch im Jahr zuvor hatte ich mir weniger Gedanken über das Koffergewicht gemacht. Beim Einchecken sagte die Angestellt dann zu mir: "Es sind 200 Gramm zu viel. Nehmen Sie einfach ein Paar Socken heraus, dann passt das schon." Das hatte ich dann auch gemacht und die Socken in meinem Handgepäck verstaut (das wird übrigens nicht gewogen). Eine Sache verstehe ich übrigens bis heute nicht: Ich habe dann doch immer noch genauso viel Gepäck wie vorher, oder?



Mittwoch, 16. Februar 2011

Social Security

Ich hatte ja eine Sozialversicherungsnummer in den USA aus meiner Zeit als teaching assistant in Cincinnati. Die gilt wohl für das ganze Leben, dachte ich. Also gab ich sie an der Penn State Universtity auch an. "Funktioniert nicht", sagte Michelle, die die Anmeldungen bearbeitete. Es ware ein Zahlendreher drin, den wir berichtigten, aber es klappte immer noch nicht. Ich war 1988 in Cincinnati gewesen, damals waren Computer noch nicht so verbreitet. Könnte vielleicht daran liegen ...
Also machte ich mich auf den Weg zum Sozialamt. Alle Formulare hatte ich dabei, mit dem Rennrad, dass mir meine Gastgeber ausgeleihen hatten, war die Strecke auch kein Problem. "Did you bring a gun with you?" (Haben Sie eine Waffe dabei?) - Mit dieser Frage wurde ich am Eingang konfrontiert.
'Ich bin Deutsche, da ist das eine sehr komische Frage', muss mir ins Gesicht geschrieben gewesen sein. Der nächste Gedanke war, eine witzige Antwort zu geben, was ich mir aber verkneifen konnte. Am Flughafen in State College steht bei der Gepäckkontrolle ein Schild mit dem Hinweis, dass man bei unpassenden Bemerkungen über Bomben sofort festgenommen wird. Also, zusammenreißen, blöde Kommentare unterdrücken. (Sind Amokläufer eigentlich so ehrlich und geben an, dass sie eine Waffe dabei haben?)
Die Nummer stimmte übrigens, es hatte sich wieder ein Zahlendreher eingeschlichen und ich war ordnungsgemäß registriert.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Ein Stück Berlin in Washington

"Wie haben die das Teil wohl nach Washington gebracht?" Diese Frage drängt sich mir auf, als ich im Nationalmuseum im Washington vor dem Stückchen Berliner Mauer stehe.

Vom Weißen Haus ist es nur ein Katzensprung zur "National Mall", wie sich der Bereich nennt, an dem sich fast alle Museen der amerikanische Hauptstadt befinden. Es gibt ein Museum für Nationalgeschichte, für Naturgeschichte, ein Indianermuseum, das Hirschhornmuseum mit dem Skulpturengarten (Henry Moore, Giacometti, Miró und alles, was das Herz begehrt). Jetzt habe ich auch ein Foto mit den blauen Werken von Yves Klein, heimlich gemacht. (Ich kann nichts dafür, die Dame am Eingang hatte mit gesagt, dass fotografieren erlaubt sei. Nur anscheinend nicht in den Sonderaustellungen, wie mir der Aufseher dort versicherte ... Tut mir leid.)

Bei meinem nächsten Besuch dort - und ich werde sicher wieder kommen - werde ich mir auf jeden Fall eine City-Tour im Segway gönnen, diesem Gefährt auf zwei Rädern, auf dem man stehend größere Distanzen mühelos zurücklegt.
Ich bin gespannt, wofür oder wogegen dann demonstriert wird ...


Der Stadtteil Georgetown ist übrigens auch einen Besuch wert, bei Tag oder auch am Abend. Nadine und ich sollten 10 Dollar Eintritt für die Jazzkneipe bezahlen, kamen dann aber mit einem Lächeln rein. Die Band dort (und wir hörten das auch von anderen Live-Auftritten) bekommen keine Gage und spielen auf eigenes Risiko. Sie lassen einen Topf herumgehen und sind abhängig von der Gunst des Publikums ... und natürlich von der Qualität ihrer Musik.

Patchwork and more


"You could throw a stone and hit a quilter", sagte mir die Verkäuferin im Stoffgeschäft. Sie hatte mir gerade erzählt, dass eine Kundin aus Deutschland viele Meter Patchworkstoff gekauft hatte, den sie nach Hause schicken wollte. Die Auswahl ist größer und die Preise deutlich niedriger. Und ich hatte ihr berichtet, dass es in meinem Heimatland recht wenige Menschen gibt, die Quilts herstellen.
Da ich mich für Textilkunst interessiere, fahre ich seit einigen Jahren regelmäßig im September ins Val d'Argent ins Elsass zur dortigen Patchwork-Ausstellung. Die Stadt Sainte Marie-aux-Mines bezeichnet sich selbst als Wiege der Amish - ein direkte Verbindung zu Pennsylvania mit den Amish, die dorthin ausgewandert sind. Die Idee - aus der Not heraus geboren - Stoffreste zusammenzunähen, um Decken herzustellen, fasziniert mich. Stoffe zu zerschneiden, um sie dann wieder mühsam zusammenzunähen ...

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Cars

Um Pennsylvania ausgiebiger zu erkunden, mietete ich mir ein Fahrzeug. Die Preise purzelten, je intensiver ich mich mit der Materie 'Autovermietung' beschäftigte. Das Ende vom Lied war, dass ich als Angestellte der Universität Penn State einen Sonderrabatt bekam und keine Versicherung brauchte, da diese angeblich über einen Pauschalvertrag abgedeckt war. Hörte sich gut an, doch stimmte das im Notfall auch? Nun, ich ließ mich darauf ein und fuhr zum verabredeten Termin zur angegebenen Adresse der Firma Enterprise. Man gab mir zum gleichen Preis einen Upgrade mit den Worten: "Did you ever drive a Cadillac? It is our best car." Schön.


Kleine Anekdote am Rande: Mein Schwager sollte uns vor einigen Jahren zum Flughafen in Stuttgart bringen, mit unserem Auto. Als er uns verabschiedet hatte, zum Auto zurückkam und aus der Parklücke fahren wollte, stellte er fest, dass er wohl besser nachgefragt hätte, wie man den Rückwärtsgang einlegt ... Er schob also das Auto, sehr zur Belustigung der Umstehenden, aus der Lücke und fuhr nach Huchenfeld. Auf den 60 Kilometern vergaß er allerdings sein Missgeschick ... und stellte das Auto in die Garage. Zum Glück gab es dieses Mal keine Schaulustigen.

Da ich auch schon meine Erfahrungen mit geliehenen Auto gemacht hatte, v.a. wenn man bei Tag losfährt, nachts zurück und dann im dunklen Auto den Knopf für das Licht sucht ... Auf jeden Fall fragte ich den Angestellten der Autovermietung nach - nein, nicht nach dem Rückwärtsgang, es war mir klar, dass ich ein Fahrzeug mit Automatik bekommen würde, ich war ja in Amerika - sondern nach dem Lichtschalter. Wirklich eine dumme Frage, das Licht schaltete sich natürlich automatisch an, wenn es Abend wurde. Auf der Heimfahrt habe ich dann einige Zeit über Sinn und Unsinn dieser Einrichtung nachdenken müssen ... Eigentlich möchte ich selbst entscheiden, wann bei mir das Licht angeht (!). Andererseits könnte man das auch als Service betrachten.

Und ich musste auch noch herausfinden, wie man den Kofferraum öffnete, das war nämlich auch nicht manuell möglich ...

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Amish überall

Vor Jahren hatte ich mich mit Lisa aus Boston anfreundet. Ihr Mann war für seine Firma, die in Bad Wildbad medizinische Software herstellt, für einige Jahre nach Deutschland versetzt worden. Wir trafen uns regelmäßig und tauschten uns über die unterschiedlichen Anschauungen und Verhaltensweisen unserer beiden Länder aus. Lisa erzählte mir, dass ihre Großmutter der Gemeinschaft der Amish entstammte, sich in ihren Großvater verliebte und seinetwegen die Amish verließ. Deshalb war ich gespannt, als ich jetzt einige Wochen in Pennsylvania, dem Land der Amish, verbringen durfte. So sieht das dann aus:

Die Kutsche wird bei Einkauf im Mennoniten-Supermarkt in direkt neben den Auto 'geparkt'. Es ist tatsächlich so, dass die Amish unter den Nicht-Amish leben. So hatte es auch Richard Page, der Dekan der Deutschabteilung an Penn State und Amish-Spezialist, in seinem Vortrag formuliert: "Die Bauernhöfe, zu denen keinen Elektrokabel führen, dort leben die Amish." Und dort stehen natürlich auch keine Autos auf dem Hof.

Man erkennt sie und ihre Fahrzeuge natürlich sofort, kann sich mit ihnen unterhalten und bei ihnen einkaufen, wie zum Beispiel bei einer Familie, die Äpfel und frisch Apfelsaft verkauft.
Auf der Plastikflasche mit Apfelsaft, die ich kaufte, war sinngemäß zu lesen: "Dieses Lebensmittel wurde nicht kontrolliert und kann schwerwiegende gesundheitliche Schäden hervorrufen." Vielleicht hatte der Wurm, der in einem der Äpfel wohnte, die Malaria ...

Bei den Apfelbauern durfte ich Fotos machen, allerdings keinen Personen aufnehmen.

Diese Apfelsortiermaschine erinnerte mich sehr an die Gerätschaften, die bei uns im ländlichen Raum zu sehen sind. Überhaupt fühlte ich mich bei den Amish oft in frühere Zeiten zurückversetzt. Die Kopie der Nähmaschine mit Fußbetrieb, mit der meine Großmutter unserer Kinderkleider nähte, wird heute noch von der Apfelbäuerin benutzt. Neueste Errungenschaft dieser Familie ist ein Anschluss mit fließendem Wasser im Haus. Dieser war nötig, da die Flaschen für den Apfelsaft ausgespült werden müssen. Die Wohnstube ist einfach, aber gemütlich.


Da ich mit Elaine unterwegs war - sie hatte vor vielen Jahren als Au-Pair-Mädchen in Deutschland gelebt und war deshalb sofort bereit, mich herumzuführen - konnte ich mit einigen Amish sprechen. Erste Station war oben erwähnte Familie, danach besuchten wir einen Schreiner, der Möbel nach Kundenbestellungen anfertigt. Sein letzter Großauftrag war der Altar für die jüdische Gemeinde in New York. Ich durfte mich in sein Besucherbuch eintragen - dort kann jetzt jeder nachlesen, dass Interessenten aus dem Schwarzwald seinen Schreinerei besucht haben. Geschäftstüchtig bekam ich dann noch einen Bleistift mit seiner Firmenadresse überreicht - soviel zur Weltfremdheit der Amish ...
Zuletzt besuchten wir noch einen Familie, wo die Frau eine Woche zuvor das achte Kind bekommen hatte. Der Sprössling wurde mir sofort in die Arme gedrückt, ich durfte die Familie sogar fotografieren.
Das Mädchen hatte ihre eigene Art, mit dieser Offenheit umzugehen.